Eine häufig gestellte Frage: „Meine Steckbatterie ist einphasig, mein Haus verfügt jedoch über einen dreiphasigen Anschluss. Wie werden dann die anderen beiden Phasen versorgt?“ Manche schließen daraus, dass sie drei Steckbatterien kaufen müssen, eine pro Phase. Das ist nicht notwendig. Die Erklärung liegt in der Funktionsweise Ihres intelligenten Stromzählers, einem Prinzip, das als „interne Verrechnung“ bezeichnet wird und unabhängig von der Verrechnungsregelung ist, die ab 2027 ausläuft.
Das Missverständnis: Einphasige Batterie in einem dreiphasigen Haus
Eine Plug-in-Heimbatterie schließen Sie an eine normale Steckdose an, und eine Steckdose liefert immer Strom in einer Phase. Auch wenn Ihr Haus über einen dreiphasigen Anschluss verfügt (was bei einem leistungsstärkeren Anschluss üblich ist, beispielsweise bei einer Wärmepumpe oder einer Ladestation), ändert dies nichts: Die Batterie selbst arbeitet weiterhin an dieser einen Phase.
Die logische Folgefrage lautet dann: Wer versorgt die anderen beiden Phasen? Die Antwort lautet, dass dies dank eines intelligenten Zählers, der intern eine Verrechnung vornimmt, überhaupt nicht erforderlich ist.
Was ist interne Verrechnung?
Ein dreiphasiger intelligenter Zähler misst die Leistung in allen drei Phasen separat, addiert diese jedoch anschließend, bevor er einen Wert an Ihren Energieversorger übermittelt. Dies wird als interne Verrechnung bezeichnet und ist keine neue Funktion: Schon die alten, mechanischen Ferraris-Zähler funktionierten auf diese Weise.
Konkret bedeutet dies: Liefert Ihre Steckdosenbatterie 800 Watt in Phase 1 zurück, und verbraucht Ihre Waschmaschine zur gleichen Zeit 500 Watt in Phase 3? Dann registriert der Zähler eine Netto-Einspeisung von 300 Watt und keine separate Abrechnung pro Phase.
Ein Rechenbeispiel
- Phase 1: Die Batterie liefert 800 Watt zurück
- Phase 2: kein Verbrauch
- Phase 3: Die Waschmaschine verbraucht 500 Watt
- Vom Zähler angezeigter Wert: 800 − 500 = netto 300 Watt Rückspeisung
Für diese Berechnung spielt es keine Rolle, an welcher Phase die Batterie angeschlossen ist. Eine Steckbatterie an einer Phase liefert also genau das gleiche Ergebnis wie drei kleinere Batterien, die auf die drei Phasen verteilt wären: Der Zähler berücksichtigt lediglich die Summe.
Warum sich dies von der Verrechnungsregelung unterscheidet
Hier entsteht häufig die zweite Verwirrung. Interne Verrechnung und die Verrechnungsregelung klingen zwar gleich, sind jedoch zwei verschiedene Dinge:
- Die interne Verrechnung ist eine technische Eigenschaft des Zählers: Er addiert die drei Phasen zusammen. Dies geschieht stets, unabhängig von gesetzlichen Vorschriften, und ändert sich auch durch den Auslauf der Verrechnungsregelung nicht.
- Die Net Metering-Regelung ist die finanzielle Regelung, bei der Ihre jährliche Einspeisung mit Ihrem Verbrauch zum vollen Stromtarif verrechnet wird. Diese Regelung wird ab 2027 schrittweise auslaufen
Mit anderen Worten: Auch nach 2027 addiert Ihr Zähler die drei Phasen weiterhin wie gewohnt zusammen. Was sich jedoch ändert, ist die Vergütung, die Sie für Ihre Netto-Einspeisung erhalten. Dadurch wird der Eigenverbrauch (die eigene Nutzung der gespeicherten Energie) immer wertvoller, was jedoch nichts damit zu tun hat, wie viele Steckbatterien Sie benötigen oder an welcher Phase Sie diese anschließen.
Was bedeutet das konkret für Ihre Kunden?
- Ein einziger Steckdosenakku reicht aus, unabhängig davon, an welche Phase Sie ihn anschließen.
- Schließen Sie die Batterie daher einfach an die nächstgelegene, geeignete Steckdose an – nicht unbedingt in der Nähe einer bestimmten Phase oder Gruppe.
- Dies gilt sowohl für Batterien als auch für Solarmodule: Ein Einphasen-Wechselrichter an einem Dreiphasenanschluss funktioniert für die meisten Haushalte einwandfrei und ist oft kostengünstiger als ein Dreiphasen-Wechselrichter.
- Erst bei größeren Solaranlagen (in der Regel über 3,6–5 kW) ist ein dreiphasiger Wechselrichter erforderlich, um die Last auf das Netz zu verteilen – dies hängt jedoch mit der Leistung zusammen, nicht mit der Verrechnung.
Eine seltene Ausnahme, die man kennen sollte
In einer geringen Anzahl von Fällen wurde gemeldet, dass ein intelligenter Zähler aufgrund eines Firmware-Fehlers den Verbrauch und die Rückspeisung nicht korrekt miteinander verrechnet. Die Netzbetreiber erkennen dieses Problem an und beheben es in der Regel aus der Ferne, ohne dass der Zähler ausgetauscht werden muss. Ist ein Kunde unsicher, ob sein Zähler korrekt verrechnet? Dann ist die Kontaktaufnahme mit dem Netzbetreiber der richtige Schritt, nicht der Kauf zusätzlicher Batterien.
Fazit
Eine einphasige Plug-in-Heim-Batterie ist ausreichend, auch bei einem dreiphasigen Anschluss. Dank der internen Verrechnung addiert Ihr intelligenter Stromzähler die drei Phasen automatisch zusammen – ein technisches Prinzip, das unabhängig von der Verrechnungsregelung ist und auch nach deren Auslaufen weiterhin Bestand hat. Möchten Sie mehr über die Grundlagen von Plug-in-Heimbatterien erfahren? Lesen Sie unsere Erläuterung dazu, was eine Plug-in-Heimbatterie ist, oder sehen Sie sich unseren Vergleich zwischen der Anker Solarbank Max AC und der Marstek Venus E Max an.
Häufig gestellte Fragen zur internen Verrechnung
Was ist die interne Verrechnung?
Interne Verrechnung bedeutet, dass ein dreiphasiger intelligenter Zähler den Verbrauch und die Rückspeisung aller drei Phasen zusammenrechnet. Der Energieversorger erhält dadurch einen Nettowert.
Warum unterscheidet sich die interne Verrechnung von der Verrechnungsregelung?
Die interne Verrechnung ist eine technische Funktion des intelligenten Stromzählers. Die Verrechnungsregelung ist eine finanzielle Regelung, bei der zurückgespeister Strom mit dem Verbrauch verrechnet wird. Die schrittweise Abschaffung der Verrechnungsregelung hat keine Auswirkungen auf die interne Verrechnung zwischen den drei Phasen.